
SHINTO TOWEL: Das ultimative Handtuch aus Senshu, Osaka
Senshu im Südwesten Osakas ist der Ort, an dem die Handtuchherstellung in Japan begann. Hier besuchten wir Shinto Towel, gegründet 1907, und seinen Firmenchef Herrn Shinto. Während das Unternehmen weiterhin traditionelle Senshu-Handtücher fertigt, brachte es 2017 seine eigene Marke SHINTO TOWEL heraus: Handtücher mit einer unvergesslichen Weichheit und einem schlichten Design, das ins Auge fällt.


Imabari und Senshu
Japans zwei große Handtuchregionen sind Imabari in Ehime und Senshu in Osaka. „Senshu-Handtücher sind meist weiß und schlicht, aber sehr weich und saugfähig. Imabari glänzt mit Jacquardmustern und Design“, erklärt Herr Shinto. Imabari ist weitaus bekannter; „im Marketing sind sie großartig, und davon kann ganz Senshu lernen“. Doch heute reicht ein regionaler Name allein nicht mehr aus. Ähnliche Produkte überschwemmen den Markt, also braucht jeder Hersteller seine eigene Identität. „Junge Hersteller wie wir konzentrieren sich auf ihre eigenen Marken und hoffen, dass das ganz Senshu voranbringt.“

Ein Design, das alles veränderte
Etwa zehn Jahre zuvor überreichte er im Rahmen eines Projekts, das Unternehmen aus der Kansai-Region mit Kreativen zusammenbrachte, einem Designstudio in Osaka ein Muster seiner 2,5-lagigen Gaze. Das Studio kam mit dem Etikettendesign zurück, das bis heute verwendet wird. „Das war ein Schock. Es war so cool!“, lacht er. Jahre später, inzwischen Firmenchef, nahm er an einem Förderprogramm der Präfektur teil, bei dem zufällig ein Berater, den er bereits kannte, beim Marketing half und dasselbe Studio das Design übernahm. „Das war der glücklichste Moment meines Lebens.“

Drei ultimative Handtücher
- Inner Pile. Frottee zwischen Gazelagen, langsam auf alten Schützenwebstühlen gewebt. Leichte, weiche Gaze mit dem üppigen Volumen von Frottee: Sie werden es sich an die Wange schmiegen wollen. Wunderbar als Handtuch, Kissenbezug oder leichte Decke.
- 2,5-lagige Gaze. Drei Lagen Gaze, wobei die mittlere bewusst locker gewebt ist, damit der Stoff weich und voller Charakter bleibt, statt flach zu liegen. Leicht unterschiedliche Farben in Kette und Schuss verleihen Tiefe. Leicht, schnell trocknend und niemals steif.
- Yukine. Ein Handtuch, das beim Zusammendrücken knirscht wie frischer Schnee. Sein Geheimnis ist atozarashi, Senshus Technik, natürliche Öle und Stärke nach dem Weben herauszubleichen. Yukine braucht etwa doppelt so lange wie üblich und ist deshalb schon ab dem ersten Gebrauch bemerkenswert saugfähig.



„Für mich sind alle drei die ultimative Form eines Handtuchs“, sagt Herr Shinto. „Nutzen Sie sie, wie Sie möchten: Nehmen Sie eines mit nach draußen, um sich einzuhüllen, wenn es kalt ist, oder um etwas Verschüttetes aufzuwischen.“
Drei Generationen von Webstühlen
Bei Shinto Towel laufen drei Generationen von Webstühlen. Die neuesten sind computergesteuerte Luftdüsenwebmaschinen, zu schnell, um ihnen mit dem Auge zu folgen. Die vorherige Generation führt den Schuss mit Greiferstangen ein, gesteuert von Musterkarten aus Kunststoff, die Loch für Loch gestanzt werden. Die ältesten, 1982 gebaut und für Inner Pile umgerüstet, schießen den Schuss laut und eindrucksvoll mit einem Schiffchen ein, gesteuert von Ketten aus Holzleisten.




Es gibt acht dieser Schützenwebstühle, und ihre Ersatzteile werden nicht mehr hergestellt. „Wir machen alle Reparaturen selbst, aber ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie lange wir sie noch am Laufen halten können. Wir haben die Pflicht, dieses Handwerk fortzuführen, deshalb experimentieren wir damit, Inner Pile auf neueren Webstühlen herzustellen.“ Jedes SHINTO-TOWEL-Etikett wird von Hand angenäht.

„Ich habe kein Gespür für Design“, sagt Herr Shinto. Wir sehen das anders: Ein nie dagewesenes Design zu wählen, einfach weil es cool ist, zeugt von echtem Gespür. Wie viele Hersteller, denen wir begegnen, ist er bescheiden, vertraut anderen und zieht Menschen an. Mehr als ein Jahrhundert Tradition fortzuführen und zugleich gemeinsam mit anderen neue Werte zu schaffen – so sind diese wunderbaren Handtücher entstanden. Unser Dank gilt Herrn Shinto für seine Zeit.







