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Artikel: Takaokaya: Die Kunst der Entspannung – von einem Futon-Hersteller aus Kyoto

Takaokaya

Takaokaya: Die Kunst der Entspannung – von einem Futon-Hersteller aus Kyoto

Entspannte Stunden zu Hause sind kostbar, doch nach einer Weile auf dem Sofa oder dem Boden beginnen Beine und Rücken zu schmerzen. Wie können wir länger bequem entspannen? Takaokaya, ein Hersteller von Kissen und Futons in Kyoto, beschäftigt sich seit Jahrzehnten ernsthaft mit dieser Frage. Wir sprachen mit Herrn Takaoka, dem Firmenchef, und Frau Takaoka aus dem Team.

Kissen von Takaokaya (1)

Takaokaya fertigt viele „Werkzeuge zum Entspannen“. Das Aushängeschild ist das Ojami-Kissen: Man sitzt bequem darauf, es ist charmant rund, mit stilvollen Stoffen bezogen und verschönert jedes Sofa und jeden Boden. Das große, runde Senbei-Kissen bringt Erwachsene wie Babys gleichermaßen zum Lächeln.

Kissen von Takaokaya (2)

Kissen von Takaokaya (3)

Vom Futon zur Entspannung

Takaokaya wurde 1919 in Kyoto gegründet und fertigte zunächst handgemachte Futons für ein Kaufhaus. Nach dem Krieg setzten sich industriell gefertigte Decken und Daunenbetten durch, und traditionelle Futon-Hersteller verschwanden einer nach dem anderen. „Es waren harte Zeiten. Die Leute sagten verletzende Dinge, und manchmal dachte ich: ‚Euch werde ich es zeigen!‘“, erzählt Herr Takaoka lachend.

Kissen von Takaokaya (4)

„Wir hatten Handwerker, also wollten wir ihr Futon-Können für etwas anderes nutzen – nicht für etwas, das eine Maschine auf Knopfdruck herstellt.“ Beim Nachdenken darüber, wie Menschen in Japan entspannen, kamen sie auf das Bodenkissen. Die erste Serie, Goro-ne, hat die Größe von drei aneinandergereihten Kissen, wobei das oberste als Kopfkissen umgeschlagen wird: ideal zum Hinlegen. Schritt für Schritt verlagerte sich das Unternehmen von Dingen zum Schlafen hin zu Dingen zum Entspannen. „Diese schweren Zeiten haben uns zum Nachdenken gebracht. Hätten wir einfach weitergemacht wie bisher, hätten wir in einem schrumpfenden Markt zu kämpfen gehabt. Heute bin ich sogar für die harten Worte dankbar.“

Kissen von Takaokaya (5)

Kissen von Takaokaya (6)

Kissen oder Zabuton?

„Ein Kissen wird gestopft; bei einem Zabuton wird die Füllwatte zuerst geformt und dann eingesetzt.“ Ein Zabuton (traditionelles japanisches Sitzkissen) muss für jemanden gemacht sein, der darauf sitzt. Deshalb wird die Watte zu einer Wölbung geformt – in der Mitte dick, unten flach –, bevor sie in den Bezug kommt. „Ein gutes Zabuton wird mit der Zeit gleichmäßig flacher. Eines, das einfach nur gestopft ist, wird klumpig.“

Kissen von Takaokaya (7)

Die Hüfte anheben, um länger zu sitzen

Seit Holzböden die Tatami-Matten abgelöst haben, fällt langes Sitzen auf dem Boden schwerer. „Bei einem Bankett habe ich mir ein Kissen gefaltet unter die Hüfte gelegt. Das macht jeder. Hebt man die Hüfte ein wenig an, ist es so viel bequemer.“ Daraus entstand die Idee für ein höheres Kissen: Wird die Hüfte angehoben, richtet sich der Rücken ganz natürlich auf, und man kann länger bequem sitzen. Wir haben es selbst ausprobiert – unsere Haltung wurde ganz ohne Anstrengung gerader. Auf dem Sofa oder einem Stuhl legen Sie ein Ojami einfach in die Wölbung Ihres Rückens.

Kissen von Takaokaya (8)

Kissen von Takaokaya (9)

Inspiriert von einem Bohnensäckchen

Die Form geht zurück auf Otedama, traditionelle japanische Bohnensäckchen zum Jonglieren, die in Kyoto Ojami genannt werden. Vier Stoffteile zusammenzunähen war einfach – sie zu füllen nicht. „Japanische Kissen waren alle flach, das Ojami aber ist dreidimensional.“ Die Handwerker entwickelten eine eigene Füllmethode, abgestimmt auf die Steifigkeit jedes Stoffes – eine Form, die keine Fabrik nachbilden konnte.

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Kissen von Takaokaya (11)

Der Raum, den wir besuchten, war voller Ojami in allen Farben. „Bei der Einrichtung legen die Menschen Wert auf Individualität, deshalb bieten wir allein in Baumwolle rund 2.500 Kombinationen an“ – dazu europäische Stoffe, Nishijin-Webstoffe aus Kyoto, traditionelle Färbungen und umgearbeitete Obi-Gürtel. Einige werden in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung mit Sashiko-Stickerei gefertigt: „Jedes einzelne ist wirklich ein Unikat. Ihr Gespür für Farbe und Rhythmus ist ein echtes Talent.“

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Ein Kissen für Väter, das Babys lieben

Das Senbei-Kissen war ursprünglich dafür gedacht, Vätern mehr Platz zum Entspannen zu geben. Dann schickte eine Bekannte ein Foto von einem Baby darauf, und alles änderte sich. Mit einem Meter Durchmesser eignet es sich perfekt als Wickel- oder Spielunterlage. Kundinnen und Kunden schickten Babyfotos, und als Eltern nach etwas Waschbarem fragten, ergänzte Takaokaya einen waschbaren Bezug und einen wasserabweisenden Innenstoff.

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In der Werkstatt

Die Watte wird geformt und mit erstaunlicher Geschwindigkeit in die Bezüge geschoben. Ein traditionelles Zabuton aus Kyoto wird bis in die Ecken gefüllt; jedes Ojami enthält etwa so viel Watte wie eine leichte Steppdecke. „Watte nimmt Feuchtigkeit auf, deshalb ändert sich die Menge je nach Luftfeuchtigkeit. Das können nur Handwerker beurteilen.“ Die Mitte jedes Zabuton wird mit einer langen Nadel durchgeheftet, damit die Füllung an ihrem Platz bleibt, und jedes Ojami wird Stich für Stich von Hand geschlossen.

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Kissen von Takaokaya (20)

Lächeln auf allen Seiten

„Wir möchten, dass alle lächeln: unsere Kundinnen und Kunden, unsere Handwerker und die Menschen, die uns mit Materialien beliefern.“ Von der Reduzierung von Textilabfällen bis zum Wachstum im Ausland – Takaokaya hält immer wieder inne und denkt selbst nach. „Es gibt noch so viel, was wir tun können“, sagten sie lachend. Unser Dank gilt Herrn und Frau Takaoka.

Kissen von Takaokaya (21)

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