
Mizutori Kogyo: Die Neuerfindung der Geta in Shizuoka
Geta, die Holzsandalen, die man in Japan seit Jahrhunderten trägt, sind weitgehend aus dem Alltag verschwunden. Mizutori Kogyo, ein Schuhhersteller in Shizuoka, hat es sich zur Aufgabe gemacht, sie zurückzubringen – als „die bequemsten Geta Japans“.

Von Geta zu Schuhen und wieder zurück
Shizuoka ist seit Generationen ein Zentrum der Schuhherstellung, und Mizutori Kogyo ist seit 1937 Teil dieser Geschichte. Das Unternehmen begann damit, hölzerne Sohlen für Geta zu schnitzen. Als Japan von Geta zu Sandalen und dann zu Schuhen überging, ging Mizutori mit: Man fertigte Sandalen und verarbeitete später Schuheinlagen. Dabei baute das Unternehmen die Fertigkeiten, das Wissen und die Menschen auf, um zu echten Spezialisten für Tragekomfort zu werden.
Dann traf das Unternehmen eine Entscheidung: Statt Trends zu folgen, wollte es selbst einen neuen setzen. Es kehrte zu seinen Wurzeln als Geta-Hersteller zurück – entschlossen, Geta zu schaffen, die schön aussehen und sich auch nach einem ganzen Tag auf den Beinen angenehm anfühlen.

Gemacht, um jeden Tag getragen zu werden
Im Mittelpunkt von allem steht ein Wunsch: Menschen auf der ganzen Welt erleben zu lassen, wie gut sich Geta anfühlen können. Jedes Detail ist auf Komfort ausgelegt.
- Die Sohle wird Stück für Stück von Hand geschnitzt und folgt der Form der Fußsohle.
- Die Riemen sind gepolstert, sodass sie auch bei langem Tragen nicht scheuern.
- Die Laufsohlen bestehen aus synthetischem Gummi, sodass die Geta beim Gehen leise sind.
- Das Holz fühlt sich auf nackter Haut angenehm an. Einige Modelle, etwa das Herrenmodell „Chajin“ und die Hausschuhe „Two-piece“, sind aus Hinoki-Zypresse aus Shizuoka gefertigt.
In einer gemeinsamen Studie mit der Universität Shizuoka zeigte sich, dass das Tragen von Mizutoris handgeschnitzten Geta die Durchblutung der Fußsohlen verbessert, bei „schwebenden Zehen“ (Zehen ohne Bodenkontakt) hilft und eine entspannende Wirkung hat. Das Design ist ebenso wichtig: Das Unternehmen hat zahlreiche Designpreise gewonnen und mit vielen Designern zusammengearbeitet.


„Geta entwickeln sich in Friedenszeiten weiter“
Firmenchef Mizutori beschreibt Geta als „Schuhwerk, das sich in Friedenszeiten weiterentwickelt“, und wünscht sich eine Welt, in der Menschen stets in Geta leben können.
In der Werkstatt
Wir sahen zu, wie Handwerkerinnen und Handwerker die Riemen flink in Position brachten und sie dann mit kleinen Rundkopfnägeln befestigten, einen nach dem anderen. Überrascht hat uns auch, dass ein Handwerker aus Brasilien, fasziniert von Mizutoris Geta, eigens in die Werkstatt gekommen ist, um dort zu arbeiten. Die Reise von einem kleinen Unternehmen in Shizuoka hinaus in die Welt hat bereits begonnen.


Unser Dank gilt allen bei Mizutori Kogyo, die uns ihre Arbeit gezeigt haben.















