
cobcob: Kugelschreiber aus duftenden Yoshino-Zedernmaserknollen
Wir haben Yumesakabesucht, eine Werkstatt in Sakurai, Nara, umgeben von hohen Yoshino-Zedern und frischer Waldluft. Hier fertigt Herr Morimoto, ein Forstwirt, der auch Holzwaren von Hand herstellt, Kugelschreiber aus einem seltenen Teil der Yoshino-Zeder, der sogenannten Kobuoder Maserknolle, unter dem Namen cobcob.


Ihr größter Reiz ist der Duft. Öffnen Sie die Verpackung im Reagenzglas, erfüllt der klare Zedernduft die Luft, wie bei einem Spaziergang durch den Wald von Yoshino. Im Zeitalter der Bildschirme ist es ein stiller Luxus, von Hand zu schreiben und dabei diesen Duft zu genießen. Die unregelmäßige natürliche Maserung macht die Stifte zudem zu einem edlen Geschenk.

Yoshino-Zeder
Die Yoshino-Zeder aus der Region Yoshino in Nara ist eines der berühmtesten Hölzer Japans, geschätzt für ihre gerade Maserung, ihre schöne Farbe und ihren angenehmen Duft. „Die Forstwirtschaft in Yoshino pflanzt die Bäume dicht und dünnt sie dann aus: Die guten bleiben, die schlechten werden gefällt. Mit Osaka in der Nähe und dem Fluss Yoshino als Transportweg blühte hier die Forstwirtschaft auf.“ Seine Familie bewirtschaftet den Wald seit der Zeit seines Großvaters.

Einst prägte die Zeder das japanische Leben: Fässer für Sojasauce und Sake, Brennholz, Holzkohle. Mit den Lebensweisen änderte sich auch die Nachfrage. „Früher baute man Häuser mit edlem Holz. Heute nimmt man lieber einen billigen Einbauschrank als einen edlen Pfosten für die Schmucknische.“ Gerade Stämme kommen auf den Markt, krumme werden in Biomassekraftwerken verfeuert. Wo keine Straßen hinführen, werden die Stämme per Hubschrauber ausgeflogen, was inzwischen so teuer ist, dass sich nur noch das beste Holz lohnt. Manche lassen gefällte Bäume sogar verrotten. „Die Bäume tun mir leid.“ Sein Sohn hat die Forstwirtschaft übernommen, doch es gibt mehr zu tun denn je.

Fasziniert von Zedernmaserknollen
Eine Maserknolle ist eine Wucherung, die eine Zeder bildet, um eine Wunde zu schützen, ähnlich wie Schorf. „Die Maserung ist unregelmäßig und voller Charakter, und sie duftet um ein Vielfaches stärker als gewöhnliches Zedernholz. Aber Maserknollen sind schwer zu bearbeiten und haben keinen kommerziellen Wert. Wann immer ich eine fand, nahm ich sie mit nach Hause, weil es mir zu schade schien.“

Dann erkrankte er schwer. „Ich dachte, ich stehe schon mit einem Bein im Grab. Aber ich habe es wieder herausgezogen und bin zurückgekommen“, lacht er. Genesen, aber vorsichtig mit körperlicher Anstrengung, kaufte er eine Holzdrehbank, und seine Sammlung von Maserknollen, zu brüchig für große Stücke, wurde zu Stiften. Er lernte an einer Berufsschule die Oberflächenbehandlung, baute eine Website auf, trat dem örtlichen Gewerbeverein bei, und nach und nach fanden die Stifte Beachtung. „Wir leben hier, also ist es nur richtig, das zu nutzen, was hier wächst.“

Weil die Stifte die Maserung und den Duft der Knolle bewahren, spüren Sie sie direkt in der Hand, und die natürlichen Öle der Zeder verleihen ihnen mit dem Gebrauch immer mehr Charakter. Wir mochten sie so sehr, dass wir bei der Verpackung im Reagenzglas und der Namensgebung mitgeholfen haben, um sie mit mehr Menschen zu teilen.

So entsteht ein Stift
Herr Morimoto erledigt jeden Arbeitsschritt allein. Die Knollen werden zugeschnitten, gebohrt und mit Messingröhrchen versehen. Da Maserknollen leicht reißen, werden obere und untere Hälfte aus getrennten Stücken mit möglichst ähnlicher Maserung gefertigt. An der Drehbank formt er jeden Stift Stück für Stück und prüft dabei mit den Fingerspitzen, dann schleift er ihn mit Schleifpapier verschiedener Körnungen glatt. Ein Versiegler schließt die Poren des Holzes für eine saubere, schmutzabweisende Oberfläche, gefolgt von weiterem Schleifen. Aus einer groben, kantigen Knolle wird ein seidiger Stift, fast wie Zauberei. Zum Schluss werden Mine und Beschläge eingepresst. Für ein persönliches Geschenk lassen sich Namen per Laser eingravieren.





Aus Liebe zur Yoshino-Zeder
Wer hätte gedacht, dass einst als wertlos geltende Maserknollen zu so schönen Stiften werden könnten? Nur jemand, der so lange mit der Yoshino-Zeder gelebt und sie geliebt hat. Wir hoffen, dass diese Stifte im hektischen Stadtleben einen Moment der Verbundenheit mit der Natur schenken. Unser herzlicher Dank gilt Herrn Morimoto.




